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aus: Günzburger Zeitung vom 15.11.2007, S. 33
Mehrgenerationenhaus ist auf der Zielgeraden 
Projekt Leipheim hat den Zuschlag des Bundesfamilienministeriums für Realisierung der Drehscheibe für Dienstleistungen
Leipheim l heo l Leipheim wird wahrscheinlich die erste und einzige Kommune im Landkreis, die ein Mehrgenerationenhaus realisieren kann. Wie Bürgermeister Christian Konrad (CSU) beim Bürgerinfotag erwähnte, habe Leipheim den Zuschlag erhalten. Damit hat sich Leipheim gegen mehrere Kommunen aus dem Landkreis durchgesetzt. Für die kommenden fünf Jahre winkt ein Zuschuss von insgesamt 200 000 Euro. Eine unabhängige Fachjury hat den besten Bewerber aus dem Landkreis genommen, bestätigte Christoph Schmale vom, dem Bundesfamilienministerium unterstellten Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser. Schmale: Mehrgenerationenhäuser arbeiten grundsätzlich nachfrageorientiert, lebensnah und bezahlbar. Darüber hinaus müssen sie sieben Mindestkriterien erfüllen, die Leipheim mit der Bewerbung des Diakonischen Werks besser erfüllt habe als seine Mitbewerber. Die festgesetzten Kriterien für ein Mehrgenerationenhaus sind:
1. Einbeziehung der vier Lebensalter: Kinder und Jugendliche, Erwachsene, junge Alte (über 50 Jahre) und Hochbetagte 2. Generationsübergreifende Angebote 3. Kinderbetreuung 4. Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen auf gleicher Augenhöhe; starke Einbeziehung des bürgerschaftlichen Engagements 5. Entwicklung als Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort 6. Einbeziehung der lokalen Wirtschaft 7. Offener Tagestreff mit Cafeteria/Bistro
Wie Christian Konrad auf Nachfrage mitteilte, habe die Stadt Leipheim in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Neu-Ulm, dem derzeitigen Träger der Sozialen Stadt, bereits ein konkretes Haus in der Altstadt im Auge. Doch diese Räumlichkeiten sowie die weitere Finanzierung müssten noch geprüft werden. Denn: Der Zuschuss von jährlich 40 000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, darf nicht für Baumaßnahmen jeglicher Art oder Immobilienerwerb verwendet werden. Zunächst keine Auswirkungen hätte eine Realisierung des Mehrgenerationenhauses auf den Fortbestand des Büro Soziale Stadt unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Neu-Ulm. Das kann parallel laufen. Doch mittelfristig wäre eine Zusammenführung der sozialen Einrichtungen denkbar, so Konrad. Ein paar Hürden muss das Projekt aber bis zur erhofften Eröffnung Mitte kommenden Jahres noch nehmen. Das endgültige Konzept des Trägers (Diakonisches Werk) muss einer letzten Prüfung des Familienministeriums standhalten, bevor es zu einer Auszahlung der Zuschüsse kommt. Zudem hat der Stadtrat auch noch ein Wörtchen beim Erwerb der vorgesehenen Räumlichkeiten mitzureden. Konrad ist zuversichtlich, dass alles klappt. Das wäre ein großer Gewinn für Leipheim.
Wortweiser Mehrgenerationenhaus Zweck: Für Menschen verschiedener Lebensalter bietet ein Mehrgenerationenhaus Raum, sich ungezwungen zu begegnen und gegenseitig von den jeweiligen Kompetenzen der anderen zu profitieren.
Konkret: Angefangen vom Wäscheservice oder Computerkurs für Internetbanking über die Leih-Oma bis hin zum Mittagstisch für Schulkinder und die Krabbelgruppe. Es soll ein offener Ort sein, an dem gegenseitiger Austausch von Jung und Alt und Unterstützung von Familien neu gelebt wird. Es vernetzt Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen in der Region und wird, so laut Definition aus dem Ministerium, zu einer lokalen Drehscheibe - auch für haushaltsnahe Dienstleistungen.
Stand: Das Bundesfamilienministerium hat inzwischen 460 Mehrgenerationenhäuser in die Förderung aufgenommen. Etwa zehn Prozent der Einrichtungen sind in städtischer oder kommunaler Trägerschaft organisiert. Zwanzig Prozent der Mehrgenerationenhäuser werden von kirchlichen Organisationen betrieben. Das Ziel: In jedem Kreis und in jeder kreisfreien Stadt mindestens ein Mehrgenerationenhaus entstehen zu lassen. In der Umgebung gibt es je eines in Ulm und Augsburg (heo)
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