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aus: Günzburger Zeitung vom 18.06.2007, S. 32
Wenn Leberkäs-Semmel auf Borschtschsuppe trifft Fest der Kulturen Mit unterschiedlicher Herkunft kamen die Leipheimer Veranstalter zum gemeinsamen Ziel
Leipheim /kih/ „An einem Tag um die ganze „Welt“ so lockten die Plakate zur 5. Auflage des Festes der Kulturen in die Leipheimer Hermann-Köhl-Straße. Doch diese Reise schaffte man locker an einem Nachmittag, denn die Welt war hierher gekommen, war hier zu Gast, verdichtet auf einen Mikrokosmos aus kulinarischen Köstlichkeiten, bunter Folklore, Musik, Tanz, guter Laune und prächtigem Wetter, nur ab und zu ließ mal eine dunkle Wolke von ferne grüßen. Ein Fest der Begegnung mit familiärem Flair, so bezeichnete es der Bürgermeister Christian Konrad in einem Grußwort. Ein Fest, das vor sieben Jahren einen zähen Anfang nahm, heute jedoch als fester Bestandteil Leipheimer Kulturaktivitäten einen Beitrag leiste, so Konrad, der den Bürgerinnen und Bürgern fremdländische Sitten und Bräuche näher bringe und Ressentiments abbaue. Gleichzeitig sei das Fest ein Impulsgeber sei für Toleranz, friedliches Miteinander und Achtung der Lebensweise anderer Herkunftsländer. Das gemeinsame Ziel das anzustreben sei könne nur heißen: „Integration“, und mit ihr einhergehend „Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für unsere Stadt und unser Land.“
Über 40 Nationalität en in der Stadt Dem Leiter des Projektes „Soziale Stadt“, Burkhardt Wagner, und seiner Mitarbeiterin Anna Jose ist es wieder einmal gelungen, ein attraktives, farbiges, abwechslungsreiches und kulinarisch wohlschmeckendes Programm auf die Beine zu stellen. Beweis: Schon kurz nach Eröffnung um 14.30 Uhr waren nahezu alle Tische und Bänke besetzt, nicht weniger bunt als das Programm selbst. Immerhin, über vierzig Nationalitäten seien es, so hatte der Bürgermeister bekannt gegeben, die innerhalb des Stadtgebietes anzutreffen sind. Allein schon von den köstlichen Gerüchen, die aus den einzelnen Ständen wehten, konnte man Fernweh bekommen. Frühlingsrollen, mit süßlich scharfer Soße garniert, lockten aus Thailand. Ein erstrebenswerter Genuss, denn die Asia-Shop-Betreiberin und Wahlgünzburgerin Bangon Groß will mit dem Verkaufserlös Schuhe für 42 Kinder einer thailändischen Dorfschule finanzieren, die dort auf jegliche Art von Hilfe angewiesen sind. In Eritrea, nur wenige Schritte entfernt, boten dunkelhäutige, in farbige Gewänder gekleidete Frauen Fladenbrot mit scharf Gewürztem aus köchelnden Töpfen an, in der Dominikanischen Republik durfte man sich an fruchtigen Cocktails laben, russischer Borschtsch dampfte aus Kesseln und sandte seine herb säuerliche Duftnote hinüber zum Schwaben-Stand, wo er sich mit bodenständigem Leberkäsaroma vereinte. Fladenbrot aus der handbetriebenen Produktion des türkischen Kulturvereins ging weg wie warme Semmeln, und nebenan kreierten die Mädchen der Leipheimer Powergirls/Powerboys Powerpakete aus schokoladenüberzogenen Fruchtköstlichkeiten. Das Herzstück der Kultur rockte, rappte und hipp-hoppte in allen Alters- und Leistungsklassen zu fetzigen Rhythmen über die Bühne, daneben gab es Folkloristisches aus Ostanatolien, fernöstlich-buddhistisches aus Thailand und - durch den Brauchtumsverein Günzburg - gravitätisch Schreitendes aus Zeiten Ludwig des Sonnenkönigs. Thomas, 15-jähriger Virtuose auf dem Gebiet der „Beatbox“, entfesselte allein mit der Zunge, Stimmband und Mikrofon ein tonales Trommelfeuer aus Rhythmus und Rasanz, und Danilo zauberte sich in die Herzen der Kinder.
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Zwei Stunden sorgte die Bigband Nersingen im Großaufgebot für klingend swingenden Sound, und im lüftelauen Abend machte tenorale Strahlkraft einen vokalen Spaziergang durch italienisch reichhaltiges Opernrepertoire. Zufrieden mit sich und der Welt konnten die beiden Organisatoren bilanzieren: Viele Besucher, voller Erfolg, alle waren begeistert - und die thailändischen Schüler bekommen ihre ersehnten Schuhe. |