Büro Soziale Stadt - Leipheim

Rituale

Rituale dienen ebenfalls dazu, Sicherheiten zu schaffen. Sie haben in der Offenen Jugendarbeit vor allem eine soziale Funktion. Dazu zählen z.B. das Begrüßen jedes Besuchers durch Handschlag oder das regelmäßige gemeinsame Kochen mit den Jugendlichen.

Das “Händeschütteln” des Cliquenbegleiters ist als Brückenschlag zu verstehen. Es macht dem Jugendlichen deutlich: “Du bist willkommen, Dir wird Aufmerksamkeit geschenkt.”; “Du bist da und ich bin für Dich da, wenn Du mich brauchst!”.

Ein glücklicher Nebeneffekt ist, daß der Cliquenbegleiter bei der Kontaktaufnahme auf das Ritual der Begrüßung zurückgreifen kann, wenn ihm ein anderes Herankommen an einen Jugendlichen nicht möglich erscheint. Weiterhin setzt sich dieses Ritual (praktiziert von dem Cliquenbegleiter) auch darüber hinaus auf alle anderen Jugendlichen fort und kann so das gängigere Kontaktaufnahmemittel  z.B. “kräftig aufs Bein schlagen” ablösen und das “Händeschütteln” als Begrüßungsritual alternativ dem Jugendlichen anbieten.

Das regelmäßige Kochen mit den Jugendlichen hat, wie auch das “Händeschütteln”, eine soziale Funktion. Es fördert die Gemeinsamkeit von Cliquenmitgliedern. Einzelne entdecken ungeahnte Talente und bekommen auf diese Art Aufmerksamkeit von der Gruppe und ein Gefühl von Selbstsicherheit und Verantwortung.